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Dziedzic /Lechleitner: Menschenverachtung der Rechten untragbar

Grüne Andersrum: HIV-Posting von Conchita schafft Bewusstsein

KORREKTUR: Im zweiten Absatz muss es heißen: "Der Kommunikationschef von Innenminister Kickl, ALEXANDER Höferl (und nicht Andreas), war bis zu seinem Wechsel Chef von ,Unzensuriert'.

"Ich fordere Vizekanzler Strache als prominentesten Vertreter der FPÖ auf, klar Stellung zu beziehen. Die homophobe und menschenverachtende Hetze, die über die FPÖ-nahe Seite "Unzensuriert" verbreitet wird, kann nicht vom höchsten Vertreter des Landes schweigend hingenommen werden", betont Ewa Dziedzic, Bundesrätin und Sprecherin der Grünen Andersrum. Nachdem die Songcontest-Gewinnerin Conchita Wurst vor ein paar Tagen ihre HIV-Infektion öffentlich bekanntgegeben hat, hagelt es Hass und Häme in ihre Richtung. "Wir sind uneingeschränkt solidarisch mit Conchita und lassen nicht zu, dass in Österreich eine Stimmung herrscht, wie in Ländern, wo homo,- oder transsexuelle Menschen verfolgt und offen diskriminiert werden. Sich zu outen ist noch immer nicht selbstverständlich, die Suizidrate bei homosexuellen Jugendlichen ist in Österreich sechsmal höher, eine HIV-Ansteckung ist noch immer ein Tabu, die davon betroffenen Personen stigmatisiert", erinnert Dziedzic.

Auf der FP-nahen Seite "Unzensuriert” wird behauptet, dass der Life-Ball, die Tageszeitung Der Standard und die Aids-Hilfe die Verbreitung von AIDS fördern würden, indem sie sich mit Conchita Wurst solidarisieren. "Das ist unerhört", sagt Dziedzic. Die Bundesrätin verweist auf den jahrzehntelangen Kampf der LGBTI-Community gegen Isolation, Gewalt und Vorurteile: "Der Kommunikationschef von Innenminister Kickl, Alexander Höferl, war bis zu seinem Wechsel Chef von ,Unzensuriert'. Viele namhafte FPÖ-Politiker beziehen sich immer wieder auf die Seite. Es kann nicht sein, dass durch eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen Homophobie in Österreich wieder salonfähig wird. Das muss Konsequenzen haben", fordert Dziedzic in Richtung FPÖ.

Thomas Lechleitner, Bundessprecher der Grünen Andersrum, ergänzt: "Das Thema HIV ist hochsensibel. Sowohl die Testungs- und Behandlungsmöglichkeiten, aber vor allem auch die Prävention sind dringend weiter in den öffentlichen Fokus zu rücken, wenn wir die Neuinfektionen reduzieren und irgendwann sogar ganz stoppen wollen. Dass wieder so offen gegen betroffene Menschen gehetzt wird, ist erschreckend. Unser Respekt gebührt der Künstlerin vor allem für den Mut, diese private Information zu teilen und so das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken." Ein offener Diskurs sei dringend notwendig.

Neben dem Risiko weiterer Ansteckungen steht vor allem die Gesundheit und das Wohlbefinden bereits erkrankter Personen im Mittelpunkt. "Ein Verhindern weiterer Infektionen mit dem HI-Virus, genauso wie eine gute Therapie, sind nur dann möglich, wenn die Gesundheitssysteme der Länder Europas und weltweit für alle zugänglich sind und entsprechende Ressourcen in die Prävention investiert werden. Darum sollte sich die FPÖ als Regierungspartei sorgen und diesem Hass eine Absage erteilen", fordern Dziedzic und Lechleitner unisono.

Rückfragehinweis:    Grüner Klub im Parlament    +43-1 40110-6697    presse@gruene.at

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OTS0132    2018-04-20/12:56

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